In viel beachteten Studien zur Kosteneffizienz der Pharmaforschung wurde bereits 2010 das bis dahin gültige Mantra, dass eine Medikamentenentwicklung 1 Mrd. US-Dollar kostet, revidiert. Die Kosten wurden auf rund 1,8 Mrd. pro Wirkstoffzulassung berechnet (Steven Paul). Wenige Jahre später rechnete die Gruppe um Joseph DiMasi nach und kam auf eher 2,8 Mrd. US-Dollar. Nun hat eine Studie der Hochschule St. Gallen zusammen mit der Hochschule Ingolstadt noch einmal geprüft: Pro neu zugelassenem Wirkstoff der Top Big-Pharma-Firmen sind demnach sogar 6 Mrd. US-Dollar zu veranschlagen.
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Erstmals seit dem Aufschwung in der Corona-Pandemie ist die Mainzer BioNTech SE in einem Quartal wieder in die roten Zahlen gerutscht, die gesamten Zahlen für das erste Halbjahr 2023 bleiben jedoch noch im grünen Bereich. Mit der Herbst-Impfkampagne hofft Biontech noch auf Jahreserlöse in der Größenordnung von 5 Mrd. Euro, noch größere Hoffnungen werden aber auf die laufende Phase III-Studie bei Lungenkrebs gesetzt: mit einem aus den USA zugekauften Antikörper.
Die Göttinger Life Science Factory eröffnet 2024 einen neuen Standort in München: sie wird Labore und Co-Working-Flächen auf einer Etage des neu gebauten Helmholtz Pioneer Campus anbieten. Dazu haben die Life Science Factory und Helmholtz Munich eine strategische Partnerschaft geschlossen, die Ausgründungen fördern soll.
Das Schweizer Biotech-Unternehmen AC Immune legte seine Zahlen für das erste Halbjahr vor und präsentierte seine Pipelinefortschritte bei neurodegenerativen Erkrankungen. Während es bei Alzheimer warten auf den Herbst und 2024 heißt, gibt es bei Parkinson Fortschritte: Die ersten Patienten in einer Phase II-Studie wurden behandelt.
Die Bavarian Nordic A/S erhält von der US-Regierung einen neuen Auftrag über 120 Mio. US-Dollar für die Herstellung von Pocken- und Mpox-Impfstoffen.
Die Tübinger CureVac N.V. hat die Impfung des ersten Teilnehmers in der Phase II-Studie für modifizierte COVID-19-mRNA-Impfstoffkandidaten bekannt gegben. Die monovalenten und bivalenten mRNA-COVID-19-Impfstoffkandidaten, entwickelt in Zusammenarbeit mit GSK, werden zuerst an klinischen Standorten in Australien eingesetzt.
Die Martinsrieder Bind-X GmbH hat eine zweite Finanzierungsrunde über 10 Mio. Euro erfolgreich abgeschlossen. Die Mittel wurden von Investoren aus dem In- und Ausland (HG Ventures, K&K 1, Saxovent, Greeneering Invest) bereitgestellt und sollen die Produktentwicklung in der industriellen Biotechnologie beschleunigen.
BNT131, eine Mischung aus vier mRNAs, die gemeinsam von Sanofi und der Mainzer Biontech SE als intratumorale Krebstherapie erforscht und in eine nachträglich erweiterte Phase I der klinischen Prüfung gebracht wurde, wird nicht weiter entwickelt. Das teilte Sanofi am Freitag am Rande seiner Quartalsbilanz mit.
Roche hat mit Alnylam Pharmaceuticals eine strategische Entwicklungs- und Vermarktungsvereinbarung zur Weiterentwicklung des RNA-Interferenz-Medikaments Zilebesiran zur Behandlung von Bluthochdruck geschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung wird Roche eine Vorauszahlung von 310 Mio. US-Dollar in bar leisten, der potentielle Vertragswert beträgt bei Erreichen bestimmter Meilensteine 2,8 Mrd. US-Dollar. Die neue Beziehung hat eine lange Vorgeschichte im oberfränkischen Kulmbach.